10 Faktoren für ein nachhaltiges digitales Lernergebnis

Digital Learning Day bei C.C.Buchner21 in Bamberg – Teil 2

Im zweiten Teil meines Blogbeitrags über den Digital Learning Day in Bamberg berichte ich nun über den von Andreas Gerster und Melanie Ziegler moderierten Workshop „Digitale Lernformate“, der uns einen Einblick in die Vielfalt der Möglichkeiten des digitalen Lernens gab. Da der Begriff E-Learning oft sehr unterschiedlich verstanden wird, war es zielführend, eine Bergriffserklärung voranzustellen, um sich auf eine gemeinsame Sprache zu einigen. So stellen sie die Definition von Michale Kerres an den Beginn des Inputs und der gemeinsamen Arbeit:

„E-Learning ist ein Oberbegriff für alle Varianten der Nutzung digitaler Medien zu Lehr-und Lernzwecken, (…) etwa um Wissen zu vermitteln, für den zwischenmenschlichen Austausch oder für gemeinsame Arbeiten an Artefakten.“

Michael Kerres: Mediendidaktik. Konzeption und Entwicklung digitaler Lernangebote. 5. Auflage, Berlin/Boston 2018.

E-Learning bedeutet somit nicht nur das Lernen mit Web Based Trainings, sondern umfasst auch den Austausch über Communities und das gemeinsame Arbeiten mit Hilfe digitaler Werkzeuge. In einer Abfrage unter den Workshopteilnehmern wurde ermittelt, welche Medienformate in den kommenden drei Jahren an Bedeutung in Unternehmen gewinnen werden.

Auswertung der Mentimeterabstimmung im Workshop

An erster Stelle stand das Micro Learning (23%), gefolgt von Game Based Learning (19%) und Blended Learning (19%). Simulationen wurden von 12% der Befragten ein Mehr an Bedeutung zugemessen. Dem Webinar (7%) und dem Web Based Training (5%) wurden nur wenig Bedeutungszuwachs zugeordnet. Wichtig ist es, an dieser Stelle die Frage eines Workshopteilnehmers zu erwähnen, welche Bedeutung das WBT schon jetzt habe und ob der geringe Zuwachs eventuell mit der schon zu diesem Zeitpunkt hohen Bedeutung zusammenhänge.

Spannend finde ich, dass dem Blended Learning ein hoher Stellenwert für die Zukunft zugemessen wird. Blended Learning ist schließlich nicht neu, sondern seit nun mehr als 15 Jahren eine der Lernformen, mit denen ich mich beschäftige. Ich denke, dass dem Blended Learning in der betrieblichen Weiterbildung bisher zu wenig Raum gegeben wurde. Es galt als zu aufwändig. Kommuniaktion zwischen Lernenden untereinander und zwischen Lernenden und Trainern wurde oftmals als unnötig abgetan. E-Learning wurde häufig so verstanden, dass es als Ersatz für Präsenzveranstaltungen dienen sollte und Web Based Trainings als alleiniges Mittel der Wahl galten. Schließlich erfordert das Zusammenspiel von Präsenz- und Online-Lernen ein besonderes methodisches Geschick, welches gerade zu Beginn des Einsatzes etwas Gedankenschmalz erfordert, um solche Lernszenarien zum Erfolg zu führen.

Der Kern des Blended Learning liegt bei der intelligenten Einbindung der Teilnehmer, Trainer und Moderatoren in das soziale Lernsystem. Damit Blended Learning sein volles Potential auschöpfen kann, wollen die Elemente, wie Face to Face Learning, WBT, Micro-Lerneineinheiten, Gamification, Video und Simulation mit einer zielführenden Kommunikation zwischen Trainer und Teilnehmer sowie zwischen den Teilnehmern untereinander zusammenspielen, wie die Instrumente eines guten Orchesters. Dieses zu dirigieren, das ist die Herausforderung, der wir uns stellen müssen, um digitales Lernen zum Erfolg zu bringen.

Nach einer Gruppenarbeitsphase, bei der wir ein unternehmensinternes Learning-Orchestra zusammenstellten, stellte Andreas Gerster dann die 10 Erfolgsfaktoren für ein nachhaltiges digitales Lernerlebnis vor. Vieles davon haben wir schon oft gehört oder gelesen. Dennoch möchte ich sie hier vorstellen, da sie in dieser Zusammenstellung ein besonders klares Bild für die Elemente aufzeigen, die es braucht, um das Lernorchester im Unternehmen harmonisch, bewegend und zielführend spielen zu lassen.

  • Definieren Sie Ihr Bildungsvorhaben. Es muss zur Gesamtstrategie des Unternehmens passen.
  • Kennen Sie die Zielgruppe, denn die Lernsituation bestimmt das Lernformat.
  • Beschreiben Sie die Kompetenzziele für die Lerner in Bezug auf Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen.
  • Entwickeln Sie ein Medienkonzept, denn der richtige Medienmix ist entscheiden über den Erfolg.
  • Stellen Sie intelligente Aufgaben, die sich auf reale Anwendungssituationen beziehen.
  • Schaffen Sie ein visuelles Erlebnis, denn an Schönes erinnern wir uns gerne.
  • Lassen Sie den Lerner nicht alleine, denn Lernbegleiter erfüllen didaktische Funktionen.
  • Erzählen Sie Geschichten – gute Stories haften im Gedächtnis.
  • Vergessen Sie den Spaß nicht – Gamification macht aus dem Lernen ein Erlebnis.
  • Vergessen Sie den Ernst nicht, denn anspruchsvolle Formate erhöhen die Wertigkeit.

Beeindruckt von der Intensität der Inputs und von den Arbeitsergebnissen, die wir in der kurzen Zeit erzielt haben, hielt Christian Bredlow die Keynote zur Digitalisierung im Stil des Rappers „Digidings“. Homorvoll und gespickt mit einigen Spitzen an die „Verschlafenen“, denen die Herausforderungen des digitalen Wandels allenfalls theoretisch bewusst sind, bildete sie einen lebendigen Abschluss des Thementeils, dem ein fränkisches Barbecue folgte, bei dem wir in einem frühsommerlichen Ambiente noch Zeit für viele anregende Gespräche fanden.

Wir sahen überzeugende Beispiele, die zeigten, dass das Team von C.C.Buchner21 das lebt was es vertritt und das kann, was es sagt.


Ich freue mich schon auf den kommenden Digital Learning Day in Bamberg 2020.

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